Jugendschutz und Spielsucht im eSport

Jugendschutz und Schutz vor Spielsucht – wichtiger denn je

 

Eine positive Nachricht gleich zu beginn: Wir behandeln hier nur den Bereich Fußball und dieser ist im eSport – genau wie im analogen Leben – ohne Altersbeschränkung. Genau dieser Punkt veranlasst zusehens Politiker, Vereine aber auch normale Bürger*innen dazu, einen neuen Standpunkt einzunehmen. Nämlich, dass der zum Teil belächelte „eSport“ überhaupt eine Chance erhält. Wenn, „dann darf eine gesellschaftliche Akzeptanz nur für Sportsimulationen gelten”, so der Tenor. Und ja, der Bereich eSport hat eine große Bandbreite von Spielen, die eben auch zum Teil erst ab 12 oder 16 Jahren gespielt werden sollten. Um so wichtiger ist es, dass es klare Regelungen gibt bzw. geschaffen werden, um Kinder zu schützen und langfristig einer Spielsucht entgegenzuwirken.

Veranstalter, die Spiele übertragen, müssen dafür sorgen, dass die allgemeinen Jugendschutzvorschriften eingehalten werden. Bei Fußballveranstaltungen im eSport ist es trotz der Altersfreigabe des Spiels ebenso. Wichtig zu wissen ist, dass man dort nur mit Ausweis Zutritt erhält. Jüngere Interessierte sind aber in Begleitung einer volljährigen Begleitperson zutrittberechtigt. So zum Beispiel auf der Messe Husum, wo im Januar 2020 die erste Fifa-Landesmeisterschaft ausgetragen wurde. Dort fanden Menschen von jung bis alt, also Kinder, Jugendliche, Eltern und Großeltern einen Platz zum Zusammenkommen und zum gemeinsamen Erleben. Gerade im Bereich Fußball wird viel Wert darauf gelegt, dass Kinder sich nicht nur digital betätigen, sondern auch den nötigen physischen Ausgleich erhalten. So konnte man dort neben dem virtuellen Spiel auch klassischen Indoor-Fußball betreiben, aber auch Torwand-/Geschwindigkeitsschießen und ein Fußball-Parcours waren im Angebot. Wir denken, dass dies der richtige Weg ist und wünschen uns vor allem bundesweit noch mehr Veranstaltungen nach diesem Vorbild.

 

 

Es ist nicht alles Gold was glänzt.

Der Mensch kann vielen Süchten verfallen und darunter ist auch die Videospielsucht zu finden. Deshalb ist es wichtig, vor allem Kinder zu schützen. Auch vor harmlosen Spielen, die keine Altersbeschränkung haben. Wichtig ist, den Kindern einen klaren Rahmen zu geben. Je nach Alter kann es z. B. eine vereinbarte Spieldauer geben. An diese muss sich dann auch ohne Ausnahme gehalten werden. Ausnahmen untergraben die Integrität und führen letztlich zu Spannungen. Also „Wenn konsequent, dann konsequent konsequent.” (Zitat von Thomas Tuchel).

Vielleicht haben Sie als Eltern auch selbst Erfahrungen mit dem virtuellen Spiel als Kind gemacht. Gerade die jetzige Elterngeneration hat viele Erfahrungen selbst sammeln können und vor allem die, dass die Elterngeneration davor häufig absolut keine Ahnung hatte, wie sich Videospiele auf Kinder auswirken können. Welche Dauer ok ist. Dass es Spiele mit Altersbeschränkungen gab, wussten vermutlich in den 90ern nicht alle Eltern. Vielleicht sind Sie als Eltern jetzt aber tatsächlich erstmalig mit dem Thema konfrontiert und können – Gott sein dank – das Internet um Hilfe fragen.

 

Aber wann ist man nun süchtig im eSport?

Ole Fischer hat das schon kurz und knapp zusammengefasst, sodass wir Ihn hier gerne verlinken:
die-sportpsychologen.de

 

Wenn Sie Warnsignale bereits wahrgenommen haben, egal ob bei sich selbst, bei Ihrem Kind, bei einem Freund oder einer Freundin, oder vielleicht sogar bei den eigenen Eltern (ja!), dann hilft erst einmal das persönliche Gespräch. Man kann dabei aber auch schnell an eine Grenze stoßen, bei der man merkt, man kommt alleine nicht weiter. Für diesen Fall können wir empfehlen, einen Kinder- und Jugendschutzverein aus der Nähe zu kontaktieren. Diese sind gut vernetzt und können zielgerichtete Unterstützung geben.

 

Nachfolgend finden Sie eine Kontaktliste für Ihr Bundesland:

Baden-Württemberg

 

Bayern

 

Berlin

 

Brandenburg

 

Hamburg

 

Hessen

 

Niedersachsen

 

Nordrhein-Westfalen

 

Sachsen

 

Sachsen-Anhalt

 

Schleswig-Holstein

 

Thüringen

 

Weitere interessante Quellen für Themen rund um Spielsucht im eSport finden Sie auf folgenden Websites:

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